1904

Als sich das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm II. mit Engländern und Franzosen noch um den imperialistischen Einfluss in Marokko herumschlug, gründeten einige junge musikbegeisterte Männer wie:

  • Michael Becker †
  • Josef Caspers †
  • Heinrich Filz †
  • Josef Marx †
  • Gottfried Malzkorn †

innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr ein eigenes Tambourkorps. So trat die Feuerwehr Elsen, die im Jahre 1897 gegründet worden war, auf allen Festen mit eigenen Spielleuten auf.

Diese Männer, die sich aus Freude an der Marschmusik zusammengefunden hatten, waren wohl Idealisten, aber noch lange keine Spielleute. Denn mit der Gründung des Vereins traten auch die ersten Schwierigkeiten auf.

Es fehlte ein Ausbilder, auch ein geeigneter Ort zum Proben war nicht vorhanden. Die Mitglieder ließen sich aber nicht entmutigen und überbrückten die auftretenden Hindernisse sehr schnell.

Erst als Herr Eckstein aus Gustorf als Ausbilder gewonnen werden konnte und ein geeigneter Proberaum zur Verfügung stand, festigte sich die Gemeinschaft. Unter diesem Lehrmeister wurden die ersten Versuche unternommen, das Tambourspiel zu erlernen.

Der Anfang war gemacht.

Begeistert vom Spiel und keine Mühe scheuend, wurde mehrmals wöchentlich geprobt. Man musste zunächst auf Holzböcken spielen, da Instrumente in jenen Jahren Mangelware waren.
Große Finanzsorgen entstanden. Erst durch intensives Sparen und durch die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Elsen wurde alles gemeistert. Die erforderlichen Trommeln und Flöten konnten angeschafft werden.

1905

Wenn auch das Repertoire nur drei Märsche umfasste, was sicherlich nicht überwältigend war, konnte nach einjähriger Probezeit der erste Tambourmajor Josef Marx das Tambourkorps auf dem Feuerwehr-Verbandsfest in Krefeld der Öffentlichkeit vorstellen.

Trotz aller Kritik und Widerstände beim ersten Auftritt hat man sich durch sauberes Spiel und stramme Haltung Achtung und Anerkennung verschafft.

1906 - 1912

In den Jahren spielte das Tambourkorps auf den Verbandsfesten in Neuss und Linnich sowie auf zahlreichen Turn- und Feuerwehrfesten in der näheren und weiteren Umgebung auf.

1913 - 1914

Durch die stetige Weiterentwicklung stieg die Zahl der Spielleute auf 12 aktive Mitglieder an, als plötzlich der

Aufwärtstrend durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen wurde. Für das Großmachtstreben des Deutschen Reiches und vor allem seines Monarchen opferten einige Kameraden ihr Leben für Gott, Kaiser und Vaterland.

1914 - 1920

Nach dem 1. Weltkrieg wurde 1918 die linke Rheinseite von alliierten Truppen besetzt. Die französische Besatzungsmacht erließ ein Verbot, wonach öffentliche Umzüge und Flötenspiel untersagt wurden. Dies war der Tribut für alle Vereine, die dem Militarismus den Takt geschlagen hatten.

1921

In diesem Jahr wurde die Vereinsarbeit durch die Mitglieder

  • Karl Möcker †
  • Christian Conrads †
  • Josef Nosowskie †
  • Josef Schoog †
  • Max Rees †

wieder aufgenommen. Man löste sich aus dem Verband der Freiwilligen Feuerwehr Elsen und gründete am 5. Dezember 1921 ein eigenständiges Tambourkorps. Zum ersten Vorsitzenden des Korps, das ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „Trommlerkorps Elsen“ in der Öffentlichkeit auftrat, wurde Max Rees gewählt. Der erste Schritt in die Selbstständigkeit war getan.

1922 - 1923

Damit begann aber auch eine Zeit der Sorgen, denn nun standen die von der Gemeinde gestellten Feuerwehruniformen nicht mehr zur Verfügung. Die Beschaffung neuer Uniformen und Instrumente lag nunmehr in der Verantwortung des eigenständigen Korps. Die Spielleute scheuten jedoch keine Mühen, den eingeschlagenen Weg fortzuschreiten. Man sammelte Geld für Instrumente und Uniformen, die zum größten Teil aus eigener Tasche bezahlt wurden. Beschlüsse, feste Monatsbeiträge einzuführen und Tanzveranstaltungen abzuhalten, führten zum Erfolg. Die finanzielle Grundlage für den Fortbestand des Korps war gesichert. Auf Grund von Wirtschaftskrise und Inflation war dies eine sehr große Leistung der Spielleute. Im Januar 1923 wurde die erste Vereinssatzung    verabschiedet   und   immer    mehr

Mitglieder schlossen sich dem Verein an.

1924

Dieses Jahr war das Gründungsjahr der heutigen Kirmesgesellschaft. Sieben eigenständige Vereine, darunter auch das Tambourkorps sowie die Vereinsvereinigung Elsen-Fürth waren die Gründer.

1925 - 1927

Bis zum Jahre 1925 wurde unser Korps vom Tambourmajor Max Rees angeführt, der später nach Amerika auswanderte. Danach übernahm Hubert Dubbel bis 1937 die Stabführung. Unter seiner Regie steigerten sich die musikalischen Leistungen von Jahr zu Jahr.

Dem Vorsitzenden der Vereinsvereinigung, Adam Müller, wurde am 18. August 1925 schriftlich vom Bürgermeister Thiel mitgeteilt, dass das Trommler- und Pfeiferkorps zur Kirmes an den Umzügen und Festlichkeiten nicht teilnehmen darf. Alle Festzugteilnehmer müssen zivile Kleidung tragen. Nach regem Schriftwechsel wurde im September 1925 die Teilnahme des Trommlerkorps durch den Kreisdelegierten des Kreises Neuss erlaubt.

1928

Am 3. Juni 1928 fand ein erster Wettstreit im Saale Esser in Fürth statt, an dem sich die Tambourkorps Orken, Elfgen, Grevenbroich, Neuenhausen und noch viele andere beteiligten. Das erste Gruppenbild des Korps wurde am 21. Oktober im Garten der Gaststätte Clasen (später Billa) aufgenommen.

1928: Tambourkorps Elsen-Fürth

1928: Amtsschreiben des Bürgermeisters:

1929 - 1932

Auch Geselligkeit und Kameradschaft wurden innerhalb des Korps gepflegt. Am 25. Mai 1929 beschloss man auf der Versammlung einen „Ausflug am 30. Juni nach dem Aartal zu machen“ (Zitat aus dem Protokoll der Versammlung).

Alljährlicher Höhepunkt blieben jedoch die Familienabende im Vereinslokal Clasen (heute Landhaus Fürth). Durch das häufige Auftreten des Tambourkorps war die Uniform so abgetragen, dass man 1931 neue Uniform beim Schneider Jakob Filz in Elsen für die Kameraden Dubbel (Stabführer), H. Feuster, H. Walbeck, J. Helpenstein, H. Conrads (Hornisten) sowie F. Marx, W. Stüttgen, W. Granderath, L. Conrads (Tamboure) in Auftrag gab.

1929: Gruppenbild im Ahrtal

Mit großem Eifer und viel Freude wurde fleißig geprobt. Im Jahre 1931 wurden 7 Versammlungen und 23 Übungsstunden abgehalten. Es ging aufwärts. Das Tambourkorps hatte einen guten Namen im Kreisgebiet und war gefragt. So spielte man 1931 auf folgenden Festen auf:

  • Tambourfest Orken am 7. Juni
  • Goldene Hochzeit in Laach am 30. Juni
  • Feuerwehrfest in Elsen am 5. Juli
  • Feuerwehrfest in Elgen am 23. August
  • Grevenbroicher Schützenfest am 6. Septemper
  • Kirmes in Elsen am 4. Oktober
  • Sankt Martin in Elsen am 8. November
1931: Grevenbroich

1933

Auf der Generalversammlung vom 6. Mai 1933 wurde unter anderem das Mitglied Willi Wolf sen. als Tambour aufgenommen. Das Korps freute sich, mit ihm, im Jahr 2003, sein 70-jähriges Jubiläum zu feiern.

2003: Willi Wolf (Sen.) Jubilarehrung Elsen

1934 - 1938

Wie auch bei allen anderen Gemeinschaften und Vereinen versuchten die Nationalsozialisten nach deren Machtergreifung das Tambourkorps für sich zu vereinnahmen. Als das nach mehreren Versuchen misslang, gründete die SA einen eigenen Spielmannszug und einige Mitglieder des Korps wurden zum Beitritt verpflichtet.

Die Mitglieder des Tambourkorps Elsen-Fürth beschlossen daraufhin den gesamten Spielbetrieb vorübergehend einzustellen. Versammlungen wurden aber weiterhin noch abgehalten. Die letzte Versammlung vor dem 2. Weltkrieg wurde am 11. Juni 1938 im Vereinslokal Clasen abgehalten.

1938: SA-Korps

1939 - 1945

Durch die Wirren des Krieges wurde das Vereinsleben unterbrochen. Der 2. Weltkrieg hatte die Reihen des Tambourkorps stark gelichtet. Drei gefallene und zwei vermisste Kameraden waren zu beklagen. Ihnen wollen wir ein ehrendes Gedenken bewahren.

1948 - 1949

Bei den heimgekehrten Mitgliedern lebte der alte Spielmannsgeist schnell wieder auf. Große Sorgen schoben einen Neuanfang hinaus. Alle Uniformen und Instrumente waren zerstört. Das Korps stand vor dem Nichts!

Am 30. Oktober 1948 fand man sich jedoch wieder im Vereinslokal Faßbender (früher Billa) zusammen und hielt die erste Generalversammlung des Korps nach dem 2. Weltkrieg ab. Es waren die folgenden acht Mitglieder:

  • Franz Marx Tambourmajor
  • Josef Helpenstein Flötist
  • Heinrich Peters Flötist
  • Heinrich Walbeck Flötist
  • Adolf Wolf Flötist
  • Willi Wolf Tambour
  • Willi Stüttgen Tambour
  • Winand Granderath Tambour

Unter Vorsitz von Heinrich Peters beschlossen sie, einen Neuanfang zu wagen. Franz Marx, der zweifellos ein organisatorisches Talent besaß, holte bei der britischen Militärbehörde für öffentliche Auftritte die notwendige Genehmigung ein. Auch gelang es ihm, die erforderlichen Instrumente zu beschaffen.

1948: Klompenkirmes in Elsen

Auf Grund des Auftretens auf der Kirmes in Elsen blieb es nicht aus, dass die Bevölkerung von Elsen und Fürth vom Aufspiel des Tambourkorps begeistert war. Viele Jugendliche meldeten ihre Mitgliedschaft an. So war es nicht verwunderlich, dass auf der Versammlung am 2. April 1949 folgende Mitglieder neu aufgenommen werden konnten:

  • Toni Feuster Tambour
  • Heinrich Filz Tambour
  • Peter Möcker Tambour
  • Hubert Litzau Tambour
  • Toni Verrijzer Tambour
  • Hubert Könen Flötist
  • Hubert Bertram Flötist
  • Heinz Bertram Flötist
  • Otto Wego Flötist
  • Michel Fassbender Flötist
  • Josef Granderath Schüler
  • H.-Josef Holzhausen Schüler

Dank des unermüdlichen Einsatzes von Heinrich Peters und Winand Granderath wurde der junge Nachwuchs während der zweimal wöchentlich stattfindenden Proben musikalisch ausgebildet.

1949: Esso-Tankstelle, Jülicher Straße

1950

Tambourmajor Franz Marx konnte auf dem Volks- und Heimatfest in Laach einen Spielmannszug von 23 aktiven Musikern anführen. Bei diesem Auftritt überraschte das Korps nicht allein durch seine Personalstärke, sondern auch durch seine Uniform – schwarze Jacke mit weißer Hose –. Es waren eingefärbte amerikanische Uniformjacken. Fortan ging es mit dem Korps bergauf.

1950: Abholung des Spätheimkehrers Eduard Gies am Bahnhof Grevenbroich
1950: Klompenkirmes in Elsen Jülicher Straße

1951

Im Juli 1951 feierten wir das 46. Stiftungsfest. Elf befreundete Tambourkorps nahmen am Festzug teil. Ein 400 qm großes Festzelt wurde auf dem Platz vor der Gaststätte Fassbender aufgebaut. Anlässlich des Festes stiftete Klompenkönig Ludwig Wingerath dem Korps eine Tisch-Standarte. Hubert Granderath übernahm die Stabführung von Tambourmajor Franz Marx. Nahezu zwei Jahrzehnte hatte er als Tambourmajor den Spielmannszug angeführt und zu manchen Höhepunkten geleitet. Konstruktiv hat er am Aufbau und Fortschritt mitgewirkt. Durch seine Kontaktfreudigkeit und Frohnatur war er damals bei der Elsener und Fürther Bevölkerung sehr beliebt.

1951: Schützenfest Grevenbroich

1952 - 1953

In den Jahren wurden gemeinsam von den Vereinen Tambourkorps, Kirmesfreunde 1936, Alte Herrschaft und Fürther Jonge zu Karneval Tanzabende in den Sälen Esser und Fassbender abgehalten. Von den Einheimischen wurden die Veranstaltungen gut besucht.

1952: Laach

1954 - 1955

Unser aktives Vorstandsmitglied Willi Stüttgen übernahm die Würde des Klompenkönigs der Kirmesgesellschaft Elsen-Fürth. Im gleichen Jahr wurde der erste Zugkönig des Korps durch Los ermittelt.

1954: erste Zugkönigfeier

Zugkönig wurde Johann Wolf. Für das Tambourkorps war dieses Königsjahr reich an Höhepunkten und schönen Erinnerungen.

1955: Gruppenbild vor dem Hause Henk

1956 - 1959

Durch Unstimmigkeiten zwischen dem Vereinswirt und der Korpsführung wegen zu lauten Probespiels wurde nach fast 40 Jahren das Vereinslokal gewechselt. Neues Vereinslokal wurde die Gaststätte Baumeister.

1957: Frühkonzert in Elsen

1960 - 1962

Reich an Ereignissen und Höhepunkten waren die 60er Jahre. Von 1959 bis 1968 wirkte das Korps am Neußer Schützenfest mit. Hier stellten sich die Spielleute erstmals 1960 in ihrer neuen hellblauen Uniform vor.

1960: Neußer Marktplatz

Die neue Uniform und das exakte Auftreten während der Umzüge wurde von den Zuschauern mit viel Lob und Beifall bedacht. Interessantes ist aber auch von der Zugkönigsfeier am Kirmesdienstag 1960 bei Heinrich Peters    zu   berichten.   Völlig   unerwartet

erschien Oberpfarrer Konrad Thomas in Begleitung des Organisten Herrn Schmidt. Der Zweck des Besuches war erreicht, als Oberpfarrer Thomas nach der Feier alle Mitglieder für das Mitwirken an der Wallfahrt nach Kevelaer gewonnen hatte. Die Zeit drängte und sofort wurden drei Kirchenlieder einstudiert, die Herr Schmidt eigens für uns arrangiert hatte. Unter vereintem Spiel zog die Elsener Prozession, an der Spitze das Tambourkorps, das Fanfarenkorps Elsener Sprösslinge und der Posaunenchor durch Kevelaer. Mit Erstaunen und Bewunderung wurde wir dort empfangen. Dieser Tag war für uns und alle anderen ein besonderes Erlebnis.

Heinrich Peters

Im März 1962 teilte unser 1. Vorsitzender Heinrich Peters den Mitgliedern mit, dass er durch seine Erkrankung den Vorsitz sowie die aktive Vereinsarbeit nicht mehr ausführen kann. Für seine Verdienste im Tambourkorps Elsen-Fürth als langjähriger Vorsitzender und Ausbilder des Vereins wurde er in der Versammlung vom 31. März 1962 einstimmig und mit sofortiger Wirkung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Leider verstarb Heinrich Peters am 19. Oktober 1962 viel zu früh.

1962: Festkonzert auf Elsener Kirmes

1963 - 1965

60er Jahre Zugkönigsfeier

Die kommenden Jahre brachte man geruhsam über die Runden. Man spielte unter anderem auf den Schützenfesten in Neuss, Grevenbroich, Laach, Hemmerden, Orken, Noithausen sowie auf dem Siedlerfest in der Erftwerksiedlung und auf der heimischen Klompenkirmes.

1963: Parade in Neuss

1966 - 1969

Im Oktober 1966 wurde die belgische Siedlung in Elsen/ Fürth den belgischen Militärbehörden übergeben. Angehörige des 53. und 55. Raketengeschwaders wohnten dort mit ihren Familien. Nach offizieller Einweihung der Siedlung wurden vom Tambourkorps sofort Kontakte zu den Soldaten des neu gegründeten belgischen Kirmesvereins „Ons Oord“ aufgenommen. Dieser und das Tambourkorps veranstalteten elf Jahre lang die „Belgische Kirmes“, die jeweils im Mai gefeiert wurde. Die enge Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen führte zu immer stärker werdenden Freundschaften, die auch durch gemeinsame Feste

innerhalb der beiden Vereine gefestigt wurden. In den Jahren 1972 und 1973 beteiligten sich beide Vereine an den Umzügen der Karnevalsgesellschaft „Het Heilig Wammes“ in Maaseik/ Belgien. Bedingt durch die Auflösung der belgischen Standorte in Deutschland und der damit verbundenen Versetzung in die Heimat wurde 1980 ein letztes Mal zusammen gefeiert. Man nahm Abschied. Eine schöne Freundschaft und Völkerverständigung war zu Ende.

Nachdem Johann Pletscher 1962 den Vorsitz von Heinrich Peters übernommen hatte, wurde Johann im März 1967 von Otto Wego als 1. Vorsitzenden abgelöst. Wie in jedem Verein, solange er auch bestehen mag, wird es ein Auf und Ab geben. Große Veränderungen traten im Jahre 1969 für das Tambourkorps ein. Als langjährige, erfahrene Mitglieder sich vom aktiven Spielbetrieb zurück zogen. Es waren diese Spielleute:

  • Hubert Granderath †
  • Willi Wolf †
  • Adolf Wolf †
  • Willi Stüttgen †
  • Heinrich Walbeck †
  • Winand Granderath †

Sie alle wurden für ihre Verdienste und Treue zum Korps zu Ehrenmitgliedern ernannt. Durch eine intensive Werbung des Vorstandes in Elsen und Fürth konnte die entstandene Lücke bald durch geeignete Nachwuchskräfte geschlossen werden.

1970: Ehrenmitglieder des Korps
( v.l.n.r.: Josef Schoog, Hubert Granderath, Willi Wolf, Winand Granderath,
Adolf Wolf, Willi Stüttgen, Johann Wolf )

Im Jahr 1969 übernahm dann Johann Pletscher die Stabführung des Korps.

1970 - 1973

Unter Johann Pletscher als Tambourmajor und Otto Wego als Vorsitzendem wurde 1970 die Aufstellungsformation geändert, der Klangkörper durch die Anschaffung einer Basstrommel („Pauke“), von Becken und Armeetrommeln stark verbessert.

1971: Parade in Elsen

Viel Beifall erhielt das Tambourkorps auf dem Grevenbroicher Schützenfest 1973, als es erstmals in hellblauen Hemden aufmarschierte.

„Das erregte 1973 einiges Aufsehen: Zum ersten Mal wagte es ein Tambourkorps – und zwar ausgerechnet das aus Elsen-Fürth, das seit 1955 an der Spitze des Regimentes marschiert – "nur" im Hemd zu spielen. Die positive Resonanz bei der Bevölkerung aber gab den Elsenern recht“ (Quelle: Stadtanzeiger, Wochenblatt für Grevenbroich).

1973: Grevenbroich, Lindenstraße

1974

In mehrwöchigen Vorbereitungen wurde im Mai in einer Gemeinschaftsfeier mit der „Belgischen Kirmes“ das 70jährige Jubiläum des Tambourkorps gefeiert.

1974: Korpsbild

Das Festzelt war zu klein, mit so einer Resonanz hatte man nicht gerechnet. Drangvolle Enge herrschte schon beim Eröffnungsball. Am Sonntag traf man sich nach dem Kirchgang und der Gedenkfeier am Ehrenmal zum Festkonzert im Festzelt. Das gleiche Bild: volles Haus und viel Musik. Das Jubiläumskonzert unter Mitwirkung der belgischen Musikkapelle „Königliche Harmonie St. Cecilia“ aus Machelen/ Belgien   und   dem   Musikzug    TV Orken

rundeten das Jubiläum, in dessen musikalischen Rahmen sich die Gruß- und Gratulationsworte einreihten, ab.

Mehrere Jubilare wurden für ihre langjährige Treue geehrt und ausgezeichnet, darunter auch Protektor Hermann Josef Müllemann, der zum Ehrenmitglied des Korps ernannt wurde.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Sonntagnachmittag ein großer Festzug unter Mitwirkung von 10 Tambourkorps und 2 Musikkapellen sowie zahlreichen Abordnungen von befreundeten Schützen- und Kirmesvereinen (insgesamt 1200 Festzugteilnehmer) veranstaltet. Unter dem Tambourmajor Johann Pletscher trat das Jubelkorps auf dem Jubiläum in seiner fünften neuen Uniform auf, was beim Publikum mit Sympathie und Zuspruch bedacht wurde.

1975 - 1978

1976: Schützenfest Grevenbroich

Als Otto Wego 1976 sein Amt als 1. Vorsitzender niederlegte, wurde Josef Granderath sein Nachfolger. Unter neuer Führung nahm das Wachstum und die Erfolge stetig zu. Die Zahl der aktiven und passiven Mitglieder wuchs ständig.

1979

Gefeiert wurde im Mai das 75jährige Jubiläum des Tambourkorps in einem kleinen Rahmen. Durch das Platzkonzert; unserer befreundeten  Korps  aus Orken

und Neuenhausen wurde das Fest eröffnet. Anschließend fand man sich zum Jubiläumsball im Festzelt ein. Höhepunkt aber war das große Festkonzert am Sonntag unter Mitwirkung des Musikzuges TV Orken und des eigenen Jubelkorps. Viele Gäste und Abordnungen waren erschienen, um ihre Referenz zu erweisen. Durch die Unterstützung unserer Freunde, Gönner und der Grevenbroicher Geschäftswelt konnte eine Festschrift zum 75jährigen Jubiläum erstellt werden.

1979: Gruppenbild des Jubelkorps

1980 - 1982

In den folgenden Jahren mehrten sich die Verpflichtungen und Auftritte des Tambourkorps auf den umliegenden Schützen- und Heimatfesten. Unter vielen anderen sind hier die Schützen- und Heimatfeste hervorzuheben, wo eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und Freundschaft besteht. Das Tambourkorps spielt auf:

  • seit 1924: Klompenkirmes in Elsen-Fürth
  • seit 1931: Schützenfest in Grevenbroich
  • seit 1953: Schützenfest in Wevelinghoven
  • seit 1961: Bruderschaftsfest in Hemmerden
  • seit 1980: Schützenfest in Willich ... und viele
    andere mehr.

Grundlage dieser guten Zusammenarbeit sind solide Leistungen, sauberes und korrektes Auftreten und faire Verhandlungspartnerschaften. Unvergessen ist aber der plötzliche und unerwartete Tod unseres 1. Tambourmajors Johann Pletscher im Dezember 1980 sowie der tödliche Verkehrsunfall unseres 1. Geschäftsführers Günter Strerath im Januar 1982. Für den Verein waren sie die unumstrittenen Führungspersönlichkeiten und hinterließen in unseren Reihen große Lücken. Das Andenken an beide ist Pflicht   eines  jeden   Mitgliedes. Nach   dem   Verlust

beider Kameraden ließ das Interesse der einzelnen Spielleute an der Musik deutlich nach.


Wir befanden uns in einem seelischen Tief. Doch sofort übernahm Alfred Hanke die Stabführung des Vereins und führte mit Engagement und viel Gefühl das Korps langsam aus dem Tief heraus.

1980: Hemmerden
1982: Elsen

Richtungweisend war auch der Beschluss des Vereins vom 15. Nov. 1980 – nach langen und ausführlichen Diskussionen im Vorstand und in der Versammlung – weibliche Mitglieder im aktiven Spielbetrieb zuzulassen. Für die Zukunft des Vereins war dies eine vorausschauende Entscheidung. Auf mehrfachen Wunsch der Mitglieder beschloss man im gleichen Jahr, das „spanische Zentrum“ (früher Gaststätte Lambert Esser) zu wechseln und die Gaststätte „Casa Toni“ als neues Vereinslokal zu wählen.

1983

Erstmals nahm unser Tambourkorps an einem Wettstreit in Neu Bottenbroich teil. Bewertet wurde die Aufstellung, das Aufspiel sowie Strassen- und Solospiel. Da das Tambourkorps Elsen-Fürth jedoch nicht dem Verband der Spielmannszüge Köln- Nord angehörte, nahm man außer Konkurrenz teil und wurde mit einem 1. Achtungspreis ausgezeichnet.

1983: Grevenbroich

Die Teilnahme an den Fußballturnieren der Tambourkorps und Musikkapellen in Gustorf war für unser Korps sehr erfolgreich. Viermal in Folge wurden wir Turniersieger.

In dieser Zeit schaffte es das Tambourkorps sogar eine Damenmannschaft aufzustellen.

1983: Grevenbroich
obere Reihe v.l.n.r.:
B. Weidenstraß, D. Büttgenbach,U. Hohenberg, H. Schnitzler,R. Hanke, A. Hanke,
untere Reihe v.l.n.r.:
M. Preuße, F. Broich
1986: Urkunde der Damenmannschaft für erfolgreiche Teilnahme

1984

Dieses Jahr war geprägt durch viele Höhepunkte. Im April feierte das Tambourkorps sein 80jähriges Bestehen im Carl-Sonnenschein-Haus. Die Feier zum Jubiläum fand ihren Anfang Samstags mit dem Kirchgang und der Gedenkfeier. Anschließend traf man sich bei „Casa Toni“ mit Freunden und Gönnern des Vereins zum gemütlichen Beisammensein.

1984: Konzert im Carl-Sonnenschein-Haus

Am Sonntag veranstaltete man ein Frühkonzert unter musikalischer Ausführung durch unsere Musikfreunde von Frohsinn Norf. Für die zahlreichen Gäste der benachbarten Vereine war dieser Festakt durch das hervorragende Aufspiel der Norfer Musiker ein musikalischer Genuss. Die langjährige Freundschaft zwischen den Elsener Spielleuten und den Norfer Musikern war für uns der Brückenschlag zu einer neuen Freundschaft zum Musikverein Frohnleiten in der Steiermark/ Österreich. Am 19. Juli 1984 ging die Reise in die Steiermark los! Das Tambourkorps, die Musikkapelle Frohsinn Norf und viele Freunde der Vereine wurden nach 16 Stunden Bahnfahrt am Bahnhof in Frohnleiten musikalisch empfangen.

1984:Frohnleiten

Müde von der Reise, aber überwältigt von dem musikalischen Empfang, traf man sich am Abend im Festzelt zum offiziellen Empfang. Begrüßungsworte sowie gegenseitige Gastgeschenke wurden ausgetauscht. Am nächsten Tag empfing der Musikverein Frohnleiten 19 Musikkapellen, darunter auch die deutsche Gruppe, auf dem historischen Markt zum Musikertreffen des Bezirkes Graz-Nord.

1984: Aufmarsch in Frohnleiten

Das „Monsterkonzert“ mit ca. 600 Musikern war für uns Spielleute und alle Besucher ein unvergessliches Erlebnis. Des Sonntags nach der heiligen Messe und der Heldenverehrung wurde vom Tambourkorps und Frohsinn Norf der „Große Zapfenstreich“ gespielt. Beim anschließenden Frühschoppen zeigte Frohsinn Norf und das Tambourkorps gemeinsam ihr musikalisches Können und beschlossen den Festreigen dieses großartig aufgezogenen Musikerfestes.

Weitere interessante Ziele für die deutschen Musiker standen noch auf dem Reiseplan. So besuchte man das Bundesgestüt der Lippizaner Pferde. Beim Abschied versprachen die Musiker aus dem Kreis Neuss ein baldiges Wiedersehen.

Aber auch musikalisch war 1984 für das Tambourkorps ein entscheidendes Jahr. So wurden erstmals auch Konzertstücke einstudiert, die von Josef Granderath eigens für das Korps geschrieben und zusammengestellt wurden. Mit Fleiß und Engagement wurden die Konzertstücke, wie zum Beispiel Polkas, italienische und russische Volkslieder, schottische Folklore sowie Opernmelodien aus Nabucco, Martha und Beethovens Hymne „Freude schöner Götterfunken“, geprobt. Von Alfred und

Richard Hanke wurde für die Tambouren ein schönes aber schwieriges Trommelsolo geschrieben, das nur mit Konzentration und viel Geschick vorgetragen werden konnte. Damit betrat das Tambourkorps wieder einmal Neuland! Es gelang der Beweis, dass Tambourkorps ebenso in der Lage sind, neben Marschmusik, auch Konzertstücke zu spielen.

1985

An vielen Aktivitäten haben die Mitglieder des Korps schon teilgenommen. Zu diesen zählt auch die Teilnahme an der „Deutschen Woche“ in St. Chamond/ Frankreich im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Grevenbroich und St. Chamond. Am 5. Juli traten wir schließlich in einer Stärke von 30 Aktiven die Fahrt nach Frankreich an. Mit von der Partie waren neben den Offiziellen der Stadt Grevenbroich auch der Musikzug TV Orken, ein Schachklub, die Modellflieger und eine Tanzgruppe. Nach langer Nachtfahrt wurden wir von den französischen Gastfamilien im „Centro Pablo Neruda“ empfangen. Programmgemäß trafen wir uns dann am Abend zum Begrüßungstrunk und zu einem kleinen Konzert mit dem TV Orken im Centro.

Der folgende Tag war für alle Teilnehmer abwechslungsreich gestaltet. Mit Bussen fuhren wir zur Rundfahrt ins Weingebiet „Beaujolais“. Wir besuchten ein Automobilmuseum, einen Weinkeller und zwei Schlösser.

1985: Aufmarsch in St. Chamond

Am nächsten Morgen standen Platzkonzerte in verschiedenen Stadtteilen auf dem Programm. Das Schlusskonzert fand mit dem Musikzug TV Orken auf dem „Place Dorian“ statt.

Am Abend nach dem offiziellen Abschlusskonzert im „Sale Gérard Phillipe“ beendeten das Tambourkorps und der TV Orken mit den beiden Nationalhymnen den erlebnisreichen Aufenthalt in St. Chamond.

1986 - 1988

Durch die neuen Konzertstücke stellten sich auch die Erfolge des Korps ein. Immer mehr wurde das Tambourkorps von den Schützenvereinen der näheren Umgebung verpflichtet. Die Auftritte steigerten sich von Jahr zu Jahr. Waren es 1986 noch 67 Auftritte, so verzeichnete man 1988 schon 83 Auftritte im Jahr.

Ein besonderes Anliegen war für das Korps der Ausbau und die Vertiefung der Freundschaft zur französischen Musikkapelle „Fanfare d´Orcharra“. So startete man zu seiner zweiten Fahrt in Richtung St. Chamond. Drei schöne aber auch anstrengende Tage erlebte man gemeinsam mit den französischen Musikern. Eine Einladung zum Gegenbesuch nach Grevenbroich war daher auch zwangsläufig.

1986: Aufmarsch zur Parade in Neuss

Im Juli 1986 feierte der Musikverein Frohsinn Norf sein 60jähriges Jubiläum. Für das Tambourkorps und den Musikverein Frohnleiten aus Österreich war es eine Ehrensache, dabei zu sein. Durch die vielen Begegnungen waren aus Bekannten Freunde geworden. Die Wiedersehensfreude war groß.

Von einem weiteren Ereignis ist zu berichten. Das Tambourkorps nahm am „Rheinischen Schützenfest“ bei der Hannenbrauerei in Mönchengladbach-Neuwerk teil. Hier schossen zahlreiche Schützenvereine aus

dem Rheinland den „Rheinischen Schützenkönig“ aus. Das Tambourkorps Elsen-Fürth und die Musikkapelle Frohsinn Norf begleiteten gemeinsam den Vogelschuss musikalisch.

Im Oktober 1988 verstarb unser langjähriger Protektor und Ehrenmitglied Hermann- Josef Müllemann im Alter von 77 Jahren.

1989

Das Tambourkorps wagte sich immer mehr an größere musikalische Aufgaben heran und erlebte damit bei den öffentlichen Auftritten überwältigende Erfolge. Dadurch bestärkt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, gingen die Spielleute an die Erstellung einer Musikkassette mit dem Titel „Jubiläumskonzert“. Unterstützt wurden sie dabei durch den Musikverein Frohsinn Norf. Ausschnitte aus diesem Programm wurden dem Publikum auf dem 85jährigen Bestehen vorgestellt.

1989: Tambourkorps Elsen-Fürth im Jubiläumsjahr

Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass für die Erfolge auch harte Arbeit, viel Fleiß und Disziplin notwendig waren. Nur so konnten die Hobbymusiker vom Tambourkorps zu solchen Leistungen fähig sein.

Die Bestandsaufnahme 1989 zeigte folgendes Bild:

  • 45 aktive Spielleute
  • 5 Ehrenmitglieder
  • 220 passive Mitglieder.

Für einen Verein eine stolze und beruhigende Zahl.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen passiven Mitgliedern des Tambourkorps Elsen-Fürth für ihre Unterstützung bedanken. Ohne sie wäre ein Spielbetrieb finanziell wohl kaum noch aufrecht zu halten. Es sei denn, man würde die Gagen für die einzelnen Aufspiele bei den Schützenfesten immens erhöhen. Dies würde aber zwangsläufig die Schützenvereine und Bruderschaften in finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Höhepunkt der so reichen Geschichte des Korps waren die Feierlichkeiten zum 85jährigen Bestehen. Im Zeichen der Musik standen die Festtage. Die hervorragenden Konzerte, die vom Musikverein Frohsinn Norf, Musikverein Waldenrath und dem Musikzug TV Orken geboten wurden, ließen die hiesigen Musikfreunde voll auf ihre Kosten kommen.

1989: Die Damen des Korps

Das Auftreten der französischen Musikkapelle „Fanfare d´Orcharra“ aus St. Chamond war eine Bereicherung der Festtage. Es war der 2. Besuch der französischen Gäste beim Tambourkorps.
Auf Einladung des Musikvereins Frohnleiten/ Österreich ging die zweite Reise des Tambourkorps gegen Süden. Grund der Reise war das 65jährige Bestehen des Musikvereins Frohnleiten. Eine Woche waren die Spielleute und die Norfer Musiker Gäste in der Steiermark. Höhepunkt war das Bezirks-Musiker-Treffen, an dem 20 Kapellen (Monsterkonzert) aus dem Grazer Umland teilnahmen.

1989: Monsterkonzert in Frohnleiten / Österreich

Nach ein Paar schönen Tagen kehrten die Elsener Spielleute in ihre Heimat zurück. Der stete Aufschwung der letzten Jahre war auch ein Verdienst unseres Tambourmajors Alfred Hanke, der durch seinen unermüdlichen Einsatz wesentlich dazu beigetragen hat. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn angelangt, trat er im Oktober 1989 als 1. Tambourmajor zurück. Als Nachfolger übernahm sein Bruder Richard Hanke das Amt und führt seit nunmehr 15 Jahren das Korps als 1. Major an. Gestatten Sie mir, dass ich bei diesem Rückblick nicht nur Vereinsgeschehen zitiere, sondern auch

Persönlichkeiten erwähne, die diese Vereinsgeschichte erlebt, getragen und mitgestaltet haben.

1990

Innerhalb kurzer Zeit führte ein zweiter Führungswechsel in der Vereinsspitze zu einer Neubesetzung. Nach mehr als 20jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender trat Otto Wego aus Gesundheitsgründen zurück.

Otto Wego

Otto Wego war stets ein ruhiger und besonnener Vorsitzender. Damit hatte er dazu beigetragen, dass das Tambourkorps sich weiterentwickelte. Er war mit Herz und Seele Spielmann und stand immer zu seinem Tambourkorps. Seine Vereinsführung trug dazu bei, dass das Korps weit über die Grenzen der

Stadt, ja sogar im benachbarten Ausland, bekannt wurde. Dafür sei ihm unser Dank und unsere Anerkennung gewiss.

Das Vorstandsteam der 70er und 80er Jahre - Otto Wego, Josef Granderath, Willi Schnitzler und Heinz Bertram – waren stets um den Fortbestand des Korps bemüht.


Heinz Bertram
Willi Schnitzler

Es wurden Freundschaften geknüpft und ausgebaut zu den Freunden in Belgien, Frankreich, Österreich und nicht zuletzt zu den Musikern von Frohsinn Norf und dem Musikzug TV Orken. Daher wurden im November 1990 Otto Wego, Heinz Bertram und Willi Schnitzler für ihre Treue und Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1991 - 1993

Der Musikverein Frohnleiten/ Steiermark war im Juli zu einem Freundschaftsbesuch beim Tambourkorps. Mit dabei waren Musiker von Frohsinn Norf, die an dem Wochenende ihren 65jährigen Vereinsgeburtstag feierten. Zum offiziellen Empfang bei der Stadt Grevenbroich wurden die Musiker durch den Stadtdirektor Heiner Küpper und den stellvertretenden Bürgermeister Manfred Kauertz im Haus Hartmann empfangen.

1991: Aufspiel im Haus Hartmann

Kleine Gastgeschenke wurden gegenseitig ausgetauscht. Anschließend erfolgte eine Stadtrundfahrt, die mit einem Besuch im Stadtparkmuseum endete. Danach ging die Fahrt zum Carl-Sonnenschein-Haus, wo die Frohnleitener Gäste des Tambourkorps waren. Nach mehreren Stunden des Beisammenseins war der Abend zu kurz, um all die schönen Erinnerungen, die man in den vergangenen Jahren erlebt hatte, auszutauschen. Beim Abschied hieß es: „Auf Wiedersehen 1994 in Frohnleiten/ Steiermark!“.

1991: Parade in Elsen

Lange Jahre wurde der Zugkönig des Korps traditionsgemäß immer auf Kirmesdienstag gebührend gefeiert. Der Stress der Kirmestage war für viele Mitglieder eine zu starke Belastung geworden, zumal man am Abend zur Krönung noch aufspielen musste. So wurde ab 1991 der Königsehrenabend mit Ehrung verdienter Mitglieder im Frühjahr abgehalten. Dort konnte dem amtierenden Zugkönig auch besser gehuldigt werden.

Im Alter von 86 Jahren verstarb im September 1992 unser Ehrenmitglied und langjähriger Tambourausbilder Winand Granderath.

Am 28. August 1993 verbreitet sich die Hiobsbotschaft durch Elsen-Fürth, dass die Gaststätte „Casa Toni“ abgebrannt ist. Große Ratlosigkeit herrschte im Tambourkorps. Wir standen vor der Frage, wo wir schnell ein neues Übungslokal finden und was mit unseren dort gelagerten Vereinsgegenständen, wie Pokale, alte Bilder und Urkunden, passiert war. Durch das schnelle Handeln des Eigentümers Michael Fassbender konnte das Vereinseigentum aller dort beheimateten Vereine vor dem Feuer gerettet werden. Dafür danken wir Herrn Fassbender. Einige Tage später konnte das Tambourkorps seine Übungsstunden und Versammlungen im neuen Vereinslokal „Am Elsbach“ in Neu-Elfgen fortsetzen.

Neben den vielen Verpflichtungen bei den Schützenfesten wurde jedoch auch die Kameradschaft zwischen Jung und Alt im Korps weiter vertieft und gepflegt. Dafür wurden einige Ausflüge geplant und durchgeführt:

  • 1991 Ausflug nach Maastricht und Valkenburg/ Holland
  • 1992 Bus- und Schiffsreise nach Güls an der
    Mosel
  • 1993 Wochenendausflug ins Dorf Münsterland

Für unsere Jugend wurde ein Zeltlager in der Eifel geplant und durchgeführt.

1993: Zeltlager in Obermaubach (Eifel)

1994

Im Januar verstarb unser Ehrenmitglied Adolf Wolf.

Am 16. und 17. April wurde im Carl-Sonnenschein-Haus unser 90jähriges Bestehen zünftig gefeiert. Samstags Abend war Königsehrenabend des Korpskönigs mit Showeinlage des Fanfarenkorps Wevelinghoven, die für Stimmung sorgten. Sonntags wurden die Jubilarehrungen des Korps durch ein Konzert des Musikvereins Frohsinn Norf begleitet. Bei dieser Feier war der Andrang der Besucher so groß, dass der Saal zu platzen drohte. Es gab mehr Steh- als Sitzplätze. Mit diesem Andrang hatten die Spielleute nicht gerechnet. Die Vielzahl der Festgäste zeigte die Anerkennung, welche dem Korps von Außen zuteil wurde.

Im Juli war das Tambourkorps wieder einmal zu Gast in der Steiermark. Der Musikverein Frohnleiten feierte sein 70jähriges Bestehen. Seit nunmehr 10 Jahren bestand die Freundschaft zwischen dem Korps und dem Musikverein Frohnleiten. Mit von der Partie war ein weiteres Mal der Musikverein Frohsinn Norf. Ein musikalisches Programm, das sich hören und natürlich sehen lassen konnte, hatten die Musiker aus Frohnleiten zu ihrem Jubiläum zusammengestellt. Das Fest begann Freitags mit einem Jubiläumskonzert in der örtlichen Sporthalle, welches gemeinsam von den Vereinen aus Frohnleiten, Norf und Elsen bestritten wurde.

Tags darauf am Samstag folgte das Bezirksmusikertreffen mit einem Monsterkonzert. Am Sonntag zum Frühschoppen spielten die deutschen Musiker wieder auf. Mit Besichtigungsfahrten in die Steiermark und einem Abschiedsessen beschlossen wir diese schönen Tage.

1994: Tambourkorps Elsen-Fürth

Eine neue Vereinssatzung des Korps wurde verabschiedet, welche bis heute in den Grundzügen noch Gültigkeit hat. Die neue Satzung wurde nicht nur zeitgemäß gestaltet, sondern so verfasst, dass sie organisatorisch und rechtlich die Stellung und die

Zukunft des Tambourkorps Elsen-Fürth sichert.

Da das letzte Zeltlager in der Eifel großen Zuspruch gefunden hatte, wurde im August für die älteren Mitglieder eine Planwagenfahrt von Stessen nach Laach durchgeführt.

1994: Planwagenfahrt
1994: Grillabend

Gleichzeitig wurde für unsere Jugend ein Zeltlager mit Grillabend hinter der alten Laacher Schule veranstaltet. Bei lauer Mondnacht und großartiger Stimmung saßen Jung und Alt bis zum Morgengrauen am Lagerfeuer. Sonntags morgens kamen alle Mitglieder mit ihren Familien zum gemeinsamen Frühstück zusammen und beendeten nach mehreren Stunden das schöne Wochenende.

1995 - 1998

Auf der Landesgartenschau im Mai 1995 wurde das Tambourkorps vom Westdeutschen Rundfunk zur Mitwirkung in der Fernsehsendung „Total Lokal“ verpflichtet. Die Sendung wurde von Thomas Ohrner moderiert. Weitere Mitwirkende waren 11 Schützenkönige aus Grevenbroich, die Fidelen Musikanten aus Nikolauskloster, de Räuber, Toni Marshall, Nicole und viele andere Stars und Künstler. Die Sendung wurde am 9. Juni 1995 um 21.00 Uhr ausgestrahlt.

1996 beendete Albert Wildschütz seine aktive Laufbahn. In Würdigung seiner langjährigen Verdienste und des unermüdlichen Einsatzes für das Korps wurde er auf der Generalversammlung im Januar 1997 zum Ehrenmitglied ernannt.

Albert Wildschütz

Alljährlich wird auf dem Königsehrenabend ein Frühstückskorb an ein Mitglied des Korps überreicht, das sich im abgelaufenen Jahr um das Korps besonders verdient gemacht hat. Bisher wurden 17 Frühstückskörbe an Spielleute überreicht.

1999

Das Leben und die Dynamik eines Vereins steht und fällt mit seinen Festen und den handelnden Personen. So kam von mehreren Mitgliedern der Vorschlag, einmal zur Karnevalszeit die „Lachende Phillipshalle“ in Düsseldorf zu besuchen. Im Januar war es soweit! 50 Personen nahmen an dem 5stündigen Programm mit Spitzenkräften des rheinischen Karnevals teil. 10 „Pittermännchen“ und die entsprechenden Lunchpakete wurden mitgenommen. Erst spät nach Mitternacht endete in feucht fröhlicher Stimmung ein wunderschöner Abend. Daher wird diese Veranstaltung alljährlich wieder besucht.

Nach langer schwerer Krankheit verstarb im März unser aktiver Spielmann Theo Berrenbaum. Das Korps bewahrt ihm ein ehrendes Andenken.

Theo Berrenbaum

Im April wurde erstmalig ein Jungzugkönig des Tambourkorps ausgeschossen. Erster Jungzugkönig wurde unser Nachwuchsspieler Tim Goebbels.

Vom 7. bis 9. Mai feierten in einer Gemeinschaftsveranstaltung das Tambourkorps sein 95jähriges und die Kirmesgesellschaft ihr 75jähriges Jubiläum im Festzelt auf dem Elsener Kirmesplatz. Auftakt der Festlichkeiten war das Festkonzert zum 95jährigen Bestehen des Tambourkorps unter Mitwirkung des Rheinbraun Orchesters und des Jubelkorps. Viele Gäste und Freunde waren erschienen, um mit den Jubilaren zu feiern. Die Feierlichkeiten der Kirmesgesellschaft schlossen sich mit dem Festumzug am Samstagnachmittag und dem Festkonzert am Sonntag mit dem Musikzug TV Orken und dem Tambourkorps an.

Zum vierten Mal reiste das Tambourkorps im Juli zu seinen Freunden in der Steiermark. Der Musikverein Frohnleiten feierte sein 75jähriges Jubiläum. Mit dabei waren auch wieder die Musiker von Frohsinn Norf. Drei Tage wurde mit viel Musik gefeiert. Auf diesem Fest wurde Josef Granderath in Würdigung seiner verdienstvollen Tätigkeiten zum Wohle der steirischen Blasmusik mit dem Förderabzeichen in Gold ausgezeichnet.


Josef Granderath
Alfred Hanke

Alfred Hanke wurde auf diesem Fest vom Tambourkorps für seine Verdienste und langjährige Treue zum Ehrenmitglied ernannt.

Mit einem Oktoberfest beschloss das Tambourkorps dieses erlebnisreiche Jahr. Gefeiert wurde das Fest als zünftige Scheunengaudi in der „Elsbachhalle“ von Heinz Rüttgers in Fürth. Bayrisches Bier und Spezialitäten sowie schmissige Blasmusik vom TV Orken und den Hobbymusikanten aus Eckum sorgten an diesem Abend für eine tolle Stimmung.

2000

Mitglieder, die während der Korpsauftritte Ordnung und Disziplin vermissen lassen, werden nach dem korpseigenen Bußgeldkatalog vom Spieß zur Kasse gebeten. Es wurde beschlossen, dass die Spießgelder zur Finanzierung einer Wochenendfete ausgegeben werden, an der alle aktiven Mitglieder teilnehmen. Die erste Fete wurde im Montanushof gefeiert und soll jährlich an einem anderen Ort stattfinden.

Zum 60sten Geburtstag unseres Ehrenmitgliedes Willi Holthausen spielte das Tambourkorps zu einem Ständchen auf. Zu den Gratulanten gehörten auch die Vorstandsmitglieder der Kirmesgesellschaft Elsen-Fürth.

2001 - 2002

Auf der Jahreshauptversammlung 2001 wurde der Beschluss gefasst, im Internet eine eigene Homepage einzurichten. Das Tambourkorps kann sich dadurch in der Öffentlichkeit besser darstellen.

Im Januar 2002 trat ein Wechsel in der Geschäftsführung ein. Nach über 40 Jahren legte Josef Granderath das Amt des 1. Geschäftsführers nieder für jüngere Mitglieder. Als Nachfolger wurde Thomas Knapp gewählt.

Am 7. März 2002 verstarb nach langer Krankheit unser Ehrenmitglied Willi Holthausen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Willi Holthausen

Für die 40jährige treue Partnerschaft zur St. Sebastianus Bruderschaft in Hemmerden hat es die Bruderschaft den Mitgliedern des Tambourkorps ermöglicht, die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft am Nürburgring, verbunden mit einem Aufenthalt in der Boxengasse und im Fahrerlager, zu besuchen. Alle Mitglieder waren begeistert von diesem einmaligen Erlebnis.

Ein Benefizkonzert im Zeichen der Solidarität und Hilfsbereitschaft für die Opfer der Flutkatastrophe in Ostdeutschland fand im November in der Frimmersdorfer Erfthalle statt. 11 Tambourkorps aus Grevenbroich und die Jägerkapelle Hochneukirch, die sich alle kostenlos zur Verfügung stellten, boten gemeinsam ein Abend füllendes Programm, welches beim Publikum großen Beifall fand.

2003

Am 10. Mai erhielten wir die traurige Nachricht, das unser allseits beliebter Nachwuchsspieler Tim Goebbels bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt sei. Der Tod dieses Spielkameraden traf uns sehr schmerzlich. Wir werden ihn immer in Erinnerung behalten, denn mit seinem freundlichen Wesen und seiner Aufrichtigkeit war er eine Stütze für das Fortbestehen des Korps.

Tim Goebbels

Die Planwagenfahrt und das Zeltlager vom Jahre 1993 war vielen noch in guter Erinnerung. So entschied man sich schnell zu einer Neuauflage. Termin war das zweite Wochenende im August.

Die Nachricht vom Tode unseres Ehrenmitgliedes Otto Wego traf uns in diesem Jahr ein zweites Mal tief. Wir haben in ihm nicht nur einen treuen Kameraden verloren, der mit Herz und Seele am Tambourkorps hing, sondern auch einen hervorragenden Spielmann, auf dessen gute Ratschläge wir in Zukunft verzichten müssen. Sein Andenken werden wir hoch halten.

Otto Wego

Auf Einladung der niederländischen Gemeinde Kessel an der Maas besuchten das Tambourkorps Elsen-Fürth am 30. November zusammen mit dem Bürgermeister Theo Hoer und mehreren Beigeordneten der Stadt Grevenbroich die Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung der

restaurierten Schlossruine Keverberg. Zum Erstaunen der dortigen Bevölkerung trat das Korps dort in Klompen auf.

30.11.2003 Stadt Kessel (NL)

Unter der Regie des 1. Tambourmajors und Vorsitzenden Richard Hanke hat sich das Korps musikalisch ständig weiterentwickelt und in seiner Formation stark verbessert. Die Anschaffung hochwertiger neuer Instrumente haben dazu beigetragen, dass in unseren Reihen ein sauberes volles Klangvolumen erklingt.

2004

Zur Zeit führt Richard Hanke ein Korps in der Spielstärke von 38 Aktiven, 7 Ehrenmitgliedern und 259 passiven Mitgliedern an. Eine stolze und beruhigende Zahl, die es Wert ist, gefördert zu werden.

Jedoch wollen wir nicht nur auf das Vergangene zurückblicken. Auch für die Zukunft sind wir bestrebt, unsere mit Idealismus getragene Gemeinschaft, ob Jung oder Alt, in echter Kameradschaft fortzusetzen. Hoffnungsvoll und zufrieden schauen wir in die Zukunft.

Diesen Einblick in die Geschichte des Tambourkorps Elsen-Fürth 1904 vermittelte Josef Granderath. Er setzte sich intensiv mit der Chronik und den Besonderheiten dieser nunmehr 100 Jahre alten Gemeinschaft auseinander. Dabei half ihm besonders seine 55jährige Mitgliedschaft.

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